Die Wahl des chirurgischen Zugangswegs hängt von mehreren Faktoren ab, der Größe und Lage der Gebärmutter, der Notwendigkeit einer gleichzeitigen Exploration der umliegenden Beckenorgane und der medizinischen Vorgeschichte der Patientin.
Man sollte sich vor der Operation einige Fragen stellen:
- Kann man den Uterus vaginal bergen?
- Ist die Operationsindikation (Erkrankung) auf den Uterus limitiert? Oder vermutet man andere Veränderungen intraabdominal, z.B. Endometriose, Adhäsionen, Veränderungen am Eierstock)
- Vermutet man viele Verwachsungen intraabdominal?
- Ist eine suprazervikale Hysterektomie oder eine totale Hysterektomie geplant?
- Gibt es Kontraindikationen für eine Kopftieflage oder einen erhöhten intraperitonalen Druck
- Welche Ausbildung und Erfahrung hat der Chirurg
Erkrankungen außerhalb der Gebärmutter wie Adnexpathologie, schwere Endometriose, Verwachsungen oder eine vergrößerte Gebärmutter könnten eine Kontraindikation für eine vaginale Hysterektomie sein. In diesen Fällen kann jedoch ein anderer minimalinvasiver Ansatz anstelle eines offenen abdominalen Zugangs möglich sein. Zu Beginn des Verfahrens kann eine laparoskopische Beurteilung des Beckens durchgeführt werden, um die Durchführbarkeit eines minimalinvasiven Ansatzes zu bewerten.
Der Geburtshelfer-Gynäkologe sollte die Optionen mit den Patienten besprechen und klare Empfehlungen aussprechen, welche Art der Hysterektomie angesichts der spezifischen klinischen Situation den größten Nutzen bringt und die Risiken minimiert.
Zwischen 2008 und 2018 sanken die Raten für vaginale Hysterektomien von 51 auf 13 Prozent, während die Raten für totale laparoskopische Hysterektomien von 12 auf 68 Prozent anstiegen. Im Gegensatz zu diesem Trend unterstützt die Evidenz die Meinung, dass (wenn durchführbar) die vaginale Hysterektomie mit besseren Ergebnissen verbunden ist und die kosteneffektivste Methode darstellt, um die Gebärmutter zu entfernen.
Die vaginale Hysterektomie: wird als die Methode mit der schnellsten Erholungszeit und geringsten postoperativen Komplikationen angesehen
Laparoskopisch (minimal invasiv):
- Bei der totalen laparoskopische Hysterektomie wird die Gebärmutter und Gebärmutterhals entfernt.
- Bei der laparoskopische subtotale (suprazervikale) Hysterektomie wird nur die Gebärmutter entfernt.
- Laparoskopisch-assistierte vaginale Hysterektomie. Bei laparoskopisch-assistierte vaginale Hysterektomie wird eine totale Hysterektomie durchgeführt, wobei der Rest des Eingriffs vaginal erfolgt.
- Die roboterassistierte Chirurgie bietet eine verbesserte Genauigkeit und Flexibilität, ist aber kostenintensiv und erfordert spezialisiertes Training
- V-NOTES Kombination aus vaginalem Zugang mit der minimlainvasiven Chirurgie
Minimalinvasive Verfahren sind weniger invasiv und führen in der Regel zu einer schnelleren Erholung und weniger postoperativen Schmerzen, Verkürzung des Krankenhausaufenthalten und postoperativen Erholungszeiten im Vergleich zur offenen abdominalen Hysterektomie.
Die abdominale Hysterektomie ist für umfangreiche Fälle oder wenn die Gebärmutter stark vergrößert ist, vorzuziehen, führt aber zu einer längeren Erholungszeit und erhöhten postoperativen Schmerzen.
Minimalinvasive Ansätze für die Hysterektomie (vaginal oder laparoskopisch, einschließlich roboterassistierter Laparoskopie) sollten, wann immer möglich, aufgrund ihrer gut dokumentierten Vorteile gegenüber der abdominalen Hysterektomie durchgeführt werden.
Vaginale Hysterektomie im Vergleich zur abdominalen Hysterektomie:
- Kürzerer Krankenhausaufenthalt, schnellerer Rückkehr zur normalen Aktivität, weniger Schmerzen, keine Unterschied in Zufriedenheit, intraoperativer Verletzung oder Komplikationen.
Vaginale Hysterektomie im Vergleich zur laparoskopischen Hysterektomie:
- Kürzere Operationszeit, geringere Gesamtkosten, höhere Patientenzufriedenheit, seltener vaginale Nahtdehiszenz, geringeres Risiko für Harnwegsverletzung, keine Unterschiede bei der Rückkehr zu normalen Aktivitäten oder Komplikationen,
Laparoskopische Hysterektomie im Vergleich zur abdominalen Hysterektomie:
- Schnellere Rückkehr zur normalen Aktivität, kürzerer Krankenhausaufenthalt, weniger Wund- oder Bauchwandinfektionen, längere Operationszeit, höhere Rate an unteren Harnwegsverletzungen, verbesserte Lebensqualität nach der Operation, keine Unterschiede in der Zufriedenheit oder größeren langfristigen Komplikationen, keine Unterschiede in den Gesamtkosten.
Laparoskopische Hysterektomie im Vergleich zur roboterassistierten laparoskopischen Hysterektomie:
- Kaum Unterschiede in den gemessenen Ergebnissen
Laparoskopische Hysterektromie im Vergleich zu V-Notes
- geringere postoperative Schmerzen, eine schnellere Genesung und eine verbesserte Kosmetik
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